Evangelische Akademie
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Leitbild

Identität und Auftrag
Die Evangelische Akademie Wien (EAW) ist eine Einrichtung der Allgemeinen Erwachsenenbildung.
Sie ist ein Ort des Gesprächs und der geistigen Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Glaubenshaltungen, Weltanschauungen und politischen Einstellungen, verpflichtet einer Gesprächskultur der gleichberechtigten Beteiligung von TeilnehmerInnen, Fachleuten und VertreterInnen gegensätzlicher Standpunkte. Sie bietet unterschiedlichen Menschen einen Freiraum für Bildung, Begegnungen und Diskursen an.

Die EAW ist ein anerkannter evangelisch-kirchlicher Verein und als solcher den biblischen Grundsätzen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung verpflichtet. Diese ermächtigen uns, uns für ein menschenwürdiges Leben für alle einzusetzen, Grenzen zu überschreiten und Ängste zu überwinden.

Werte
Die EAW orientiert sich vor allem an der Botschaft des Evangeliums Jesu Christi und seiner Option für Minderheiten und gesellschaftlich Benachteiligte. In der Auswahl unserer GesprächspartnerInnen lassen wir uns leiten von den Werten einer offenen, toleranten und demokratischen Gesellschaft. Unser Werteverständnis verpflichtet uns, gegen diskriminierendes, sexistisches, rassistisches oder antisemitisches Gedankengut einzutreten.

KundInnen: AuftraggeberInnen und Teilnehmende, AdressatInnen / Zielgruppen
Die EAW arbeitet am Austausch und an der Vermittlung zwischen kirchlichen und nicht-kirchlichen engagierten Personen und Initiativgruppen. Die Zusammenarbeit dient der Herstellung und Förderung ökumenischer, interreligiöser und zivilgesellschaftlicher Netzwerke gemeinsamen Handelns, Lebens und Feierns.

Bei der Gestaltung unseres Veranstaltungsprogramms und unserer Forschungsarbeit orientieren wir uns an den aktuellen Herausforderungen in der religiösen und gesellschaftspolitischen Landschaft. Fallweise handeln wir im Auftrag von kirchlichen Gremien, bildungspolitischen Institutionen oder zivilgesellschaftlichen Vereinigungen. Wir richten uns mit unseren Angeboten an alle interessierten Erwachsenen, unabhängig vom weltanschaulichen oder konfessionellen Hintergrund.

Allgemeine Unternehmensziele:
Die EAW arbeitet an Schnittstellen zwischen (Evangelischer) Kirche und Gesellschaft. Ihre Vermittlungsaufgabe beachtet schwerpunktmäßig folgende Ziele:

  1. Die EAW bemüht sich in ihren Veranstaltungen um eine kontextuelle, gesellschaftsbezogene Reflexion des Glaubens, in denen die Möglichkeiten geschaffen werden, sich mit der vorfindlichen Wirklichkeit auseinanderzusetzen und nach dem Beitrag evangelischer ChristInnen in den Problemstellungen der sie umgebenden Lebenswirklichkeit zu fragen. Die Veranstaltungen sollen einerr evangelischen Profilierung in einer säkularen Gesellschaft dienen.
  2. Die Bildungs-, Forschungs- und Studienarbeit der EAW greift gesellschaftliche Herausforderungen auf und trägt sie in die Evangelische Kirche, ihre Institutionen und Gemeinden hinein. Sie fragt nach den Veränderungen im Verständnis des Glaubens und nach der Sinnhaftigkeit der konkreten kirchlichen Sozialformen des Glaubens. Sie dient dem sozialen, politischen, kulturellen und theologischen Selbstverständnis der Evangelischen Kirche.
  3. Die EAW versteht sich als Ort der Integration, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Sprache gemeinsam lernen können und Unterstützung und Beratung bei ihren individuellen Fragestellungen erhalten können. Integration wird dabei nicht als alleinige „Bringschuld“ von MigrantInnen verstanden, sondern als zweiseitiger Prozess, der sowohl von den MigrantInnen wie auch der sie aufnehmenden Gesellschaft Anstrengungen erfordert, um ein gleichberechtigtes Zusammenleben zu ermöglichen.

Fähigkeiten
Die EAW hat durch ihre MitarbeiterInnen erwachsenenbildnerische und theologische Kompetenz für gesellschaftlich aktuelle und relevante Themen. Langjährige Erfahrungen und Kontakte im Veranstaltungsbereich garantieren versierte und spannende ReferentInnen. Die Größe unserer Institution ermöglicht es, schnell, flexibel und kompetent auf Anfragen zum Bereich Bildung zu reagieren sowie Beratungstätigkeit in einer angenehmen und freundlichen Atmosphäre auszuüben. Die MitarbeiterInnen der EAW verfügen über ausgeprägte soziale und didaktisch-methodische Fähigkeiten.

Leistungen
Der Dialog zwischen Religionen und Kulturen setzt eine Kenntnis des Selbstverständnisses der DialogpartnerInnen voraus. Die EAW bietet einen geschützten und doch öffentlichen Raum zur persönlichen Begegnung, zum Gespräch und zur inhaltlichen Auseinandersetzung zwischen den Kulturen und Religionen. Wir verstehen Bildung als wirkmächtiges Mittel gegen jede Form des Fundamentalismus. Wir bieten Veranstaltungen zu kirchlichen, religiösen und gesellschaftspolitischen Themen an und vermitteln Kontakte zu kompetenten Personen aus diesen Bereichen. Die EAW organisiert Bildungsveranstaltungen und bietet Beratung sowie Hilfestellung an, um Menschen auf ihrem Weg der Integration zu begleiten und zu fördern.

Ressourcen
Die MitarbeiterInnen der EAW sind entsprechend dem Anforderungsprofil in ihren Verantwortungsbereichen exzellent ausgebildet und haben ausgeprägte kommunikative Kompetenzen. Sie begegnen den KundInnen in einer offenen und freundlichen Atmosphäre.
Die EAW verfügt über ausgezeichnete Kontakte zu Institutionen im zivilgesellschaftlichen, kirchlichen und religiösen Bereich. Sie ist eine kommunikative Drehscheibe im ökumenischen und interreligiösen Dialog.

Definition gelungenen Lernens
Im Kontext eines beschleunigten gesellschaftlichen Wandels orientiert sich die EAW an einem emanzipatorischen Bildungsverständnis. Ihre Bildungsarbeit wird von der Sorge dafür getragen, dass die einzelnen Menschen in einer Gesellschaft permanenter Bildung und Qualifizierung Subjekte ihrer Lernprozesse bleiben oder werden. Gegenüber der Tendenz einer einseitigen ökonomischen Indienstnahme der Bildung zur Erhöhung des sogenannten Humankapitals zielt die Bildungsarbeit der EAW auf eine Förderung des Humanisierungspotentials, auf eine Freisetzung von Kreativität und Phantasie für eine menschen- und mitweltgerechte Zukunft in allen Lebensbereichen. Bildung braucht nicht nur Freiräume, sondern auch Geduld und freie Zeit, Zeit zur Muße.

Die Programme der EAW greifen offensiv Konfliktsituationen im gesellschaftlich-religiösen Bereich auf, in deren Bearbeitung wir einen Nutzen und eine Entlastung für die KundInnen erkennen können.
Gelungenes Lernen geschieht für die EAW in erster Linie durch die direkte Begegnung unterschiedlicher Menschen, die ihre jeweiligen Erfahrungen, ihr Wissen, ihren religiösen oder weltanschaulichen Hintergrund weitergeben und zur Diskussion stellen. Im Zentrum des Lernens steht die Konfrontation von Bekanntem mit Unbekanntem, von Vertrautem mit dem Anders-Sein, von Tradition mit Innovation.
Das Ziel dabei ist, die eigene Kritikfähigkeit zu schärfen, eigene Standpunkte zu überprüfen und die Trennung zwischen Selbstbild und Fremdbild zu hinterfragen. Die „KundInnen“ sollen motiviert werden, sich lustvoll im Dialog der Religionen und Weltanschauungen zu engagieren.

Dabei sollen eingefahrene Denkmuster aufgebrochen, Urteile hinterfragt und durch neue und überraschende Schritte auch provoziert werden. Die Einbindung des Unbekannten in den eigenen Erfahrungsrahmen erfordert Zeit für Selbstreflexion und Austausch in vertrauter Umgebung. Dieser Prozess ist nicht an unsere Institution gebunden und hängt von der Lernumgebung des/der Lernenden ab. In vielen Fällen ist der Lernerfolg unserer Arbeit nicht unmittelbar messbar, auch wenn sich die einzelnen Veranstaltungen immer anhand der genannten Kriterien gelungenen Lernens prüfen lassen müssen.
Bildungsarbeit ist für uns ein wesentlicher Beitrag zur Integration. Ein Ziel der Deutschkurse ist z.B., dass die Teilnehmenden nach dem Kursbesuch über eine ausreichende kommunikative Kompetenz verfügen, um als selbstständige BürgerInnen am gesellschaftlichen Leben und an der Arbeitswelt teilnehmen zu können.